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Kontraproduktive Kritik Teil 2

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Was habe ich neulich gesagt?

Genau die gleichen Sprüche, wie ich in jenem Post beschrieben habe, werden benutzt, um selbst das ekelhafte und sinnlose Wal-Abschlachten auf den Faröer-Inseln (siehe Link unten) herabzuspielen.

Ja aber hierzulande werden auch Tiere geschlachtet, und denen geht es noch schlimmer als dieser Walmutter, der das Baby aus dem Bauch geschlitzt wurde.

Ja aber Ihr habt selbst auch Dreck am Stecken, wenn Ihr Fleisch esst, Milch trinkt, Kosmetika, Schuhe, Klamotten, Möbel, einen Computer kauft…!

– Mit der Argumentation kann man auch jedes Verbrechen an Menschen relativieren. Schon mal gehört, dass eine Vergewaltigung hierzulande nicht vor Gericht landete mit der Begründung, in Afrika, speziell Südafrika, sowie Indien sind Vergewaltigungen, gerne auch gruppenweise, und Mord an der Tagesordnung? (Eigentlich müsste es umgekehrt sein, aber dann macht es noch weniger Sinn.) Nein? Aha.

Warum also bei Tieren mit solchen Sprüchen entweder alles herunterspielen oder die anderen Diskussionsteilnehmer persönlich angreifen, um – ja um was zu erreichen? Egal wie lange ich darüber nachdenke, mir fällt kein halbwegs nachvollziehbarer Zweck ein. Beleidigungen und Lynchaufrufe einzudämmen mag ein vernünftiges Vorgehen sein, zumal diese auch nichts bringen. Aber irgendwo beim Ge- und Mißbrauch von Tieren wird die Grenze überschritten zwischen dem, was man sich irgendwie noch erklären oder gar tolerieren kann und dem, was man einfach nur noch für barbarisch, ekelhaft und krank hält, und diese Grenze ist so individuell wie die Menschen selbst. Dass da die Emotionen hochkochen ist normal, letztendlich geht es – bei aller Vernunft – auch um ein Gefühl, nämlich um Mitgefühl.

Ich habe erst letzte Woche die Doku über Paul Watson auf ntv oder N24 gesehen, wo das Faröer-Massaker auch Thema war. Immer wenn ich denke, ich habe schon von all den kranken Dingen gehört, die Menschen mit Tieren anstellen – insbesondere wenn man sich schon lange mit dem Thema beschäftigt – , kommt wieder irgendwas Neues. Allein diese Woche habe ich von drei widerlichen Dingen erfahren, die mir einigermaßen neu waren.

Gut für meinen Seelenfrieden ist das nicht, es macht mich unendlich traurig, ich muss tagelang darüber nachdenken, ich träume nachts von diesem Scheiss, aber was will man machen. Wenn man die Informationen ignoriert, ändert man nichts. Und weiterverbreiten, Petitionen unterschreiben und hier und da spenden ist derzeit das einzige, was ich tun kann…

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6 Kommentare

  1. Jürgen sagt:

    Naja meistens das schlechte Gewissen. Man weiß man macht ewas falsch aber besitzt nicht die Größe sich das auch einzugestehen. Im Grunde genommen ist es einfach nur Arm sich damit rausreden zu wollen, dass etwas in anderen Ländern ja noch viel schlimmer ist. Na und? In anderen Ländern wird mit Tierquälern auch härter ins Gericht gegangen oder ist der Tierschutz und Artenschutz wesentlich besser als anderswo, die Türe schwingt also immer in beide Richtungen. Das kapieren die meisten nur nicht weil die nur eine schnelle und einfache Ausrede suchen. 😉

  2. Jessica sagt:

    Nein, das erklärt nicht alle Fälle. Wie ich in meiner verlinkten Meldung gesagt habe, kommen solche Sprüche auch von Veganern. Meine Erklärungsversuche für das Phänomen habe ich dort schon geäußert.

  3. Jürgen sagt:

    Natürlich erklärt das nicht alle Fälle, die Gründe hierfür sind recht vielfältig. Ich muss aber ganz ehrlich sagen, ich bin mir nicht wirklich sicher ob es den einen oder andeen Grund gibt. Ich könnte mir zum Beispiel auch denken, dass der ein oder andere nur deswegen Vegetarier oder Veganer ist um einen möglichen moralischen Vorteil anderen gegenüber zu haben oder sich ihnen gegenüber als „besser“ fühlen zu können. Wie gesagt ich weiß es nicht. Ich persönlich muss aber ganz ehrlich sagen. Ich bin ein fühlendes Wesen und als fühlendes Wesen halte ich wenig davon wenn andere Lebewesen zum Spaß, Spiel oder Sport grausam getötet oder geqäult werden.

  4. Jessica sagt:

    Ich glaube nicht, dass jemand aus solchen Gründen Vegetarier oder Veganer WIRD. Ich habe jedenfalls noch keinen getroffen, der es nicht wegen der Liebe zu Tieren macht. (Ich habe mal einen getroffen, der mit ziemlicher Sicherheit ein Soziopath war. Der hat aber auch offen gesagt, dass er es nicht wegen der Tiere tut, sondern „wegen der Gesundheit“. Die Person hatte ein ziemlich gestörtes Verhältnis zu Nahrung an sich.) Manche der Sprüche laufen aber genau auf das „Ich bin besser als du“ hinaus. Ich kann hier nur wieder auf meine Statusmeldung verweisen.

  5. Liane sagt:

    Ja, verstehen kann ich sowas auch nicht. Ich bin auch froh um jeden, dem Tierquälerei nicht am Allerwertesten vorbeigeht und da ist es mir egal, ob der- oder diejenige Fleisch isst oder nicht. Oder ob es die Wale auf den Färöer Inseln sind oder die Kühe im Mastbetrieb bei Hintertupfingen – es sind Lebewesen, die leiden, da sollte man nicht werten. Ich habe oft den Eindruck, daß viele Leute mit ihren ‚Ja, aber…‘-Argumentationen ihr Gewissen beruhigen wollen.

  6. Petra sagt:

    Ich gestehe, wenn ich zum x-ten mal ausschließlich NUR über Delfine höre und wie schrecklich es ist, dass sie massenweise abgeschlachtet werden, dann denke ich irgendwann auch mal „Und was haben Delfine jetzt, dass man sich so viel mehr darüber aufregen muss als bei Kühen?“ (Da kann man jetzt statt Delfinen auch zB Hunde oder Katzen einfügen.) Die Allgemeinheit der Tierschützer hat halt doch auch ihre Lieblingstiere. 😉
    Auf der anderen Seite steht es mir dann ja auch frei, die Delfinschützer halt ihre Delfine schützen zu lassen und mir selbst dafür einen anderen Schwerpunkt zu suchen! Es kann keiner an alle gleichzeitig denken und es ist ja leider mehr als genug für alle da.

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Ich muss mich mal zum Thema Tierschutz / Veganismus auskotzen. Hier ein paar Highlights aus Diskussionen, die ich mitgelesen, aber nicht
18.07.2013, 20:43

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[Externer Link] Massaker auf den Faröer Inseln

Diskussion auf der Facebook-Seite von Paul Watson. (Achtung, blutiges Bild.)

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